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Vielfältige Chancen für Natur, Mensch und Region

Wir sind überzeugt, dass mit dem Nationalpark ein hochkarätiger Gast an unsere Türe klopft. Mit dem Schutz des Hunsrück unter dem weltweit bekannten Prädikat, stehen einmalige Chancen ins Haus, die Region nachhaltig zu stärken und für neuen Schwung zu sorgen!

Wie profitiert die Natur von dem Nationalpark?

Mit dem geplanten Nationalpark Hunsrück werden Buchenwälder unter Schutz gestellt, die in Europa als stark gefährdete Lebensräume gelten (mehr zu den Besonderheiten des Hunsrück).

Inmitten vielfältig genutzter Kulturlandschaften wird mit dem Nationalpark ein nutzungsfreier Raum geschaffen, in dem sich die Natur frei entfalten kann. Dadurch entstehen Lebensräume für besonders störungsempfindliche Arten und Freiräume für natürliche Prozesse ohne Einfluss des Menschen.

Unter einem großflächigen, dauerhaften Schutz können sich auf lange Sicht wieder alle Altersphasen und Entwicklungsstufen eines Buchenwalds entwickeln. Die entstehenden charakteristischen Alt- und Totholzstrukturen stellen bedeutende Lebensräume für gefährdete und hoch spezialisierte Arten (z.B. Alt- und Totholzbewohner, Urwaldreliktarten) dar. Besonders holzbewohnende Insektenarten (v.a. Käfer) sowie Pilze, Moose und Flechten profitieren.

Die Hoch- und Quellmoore an den Flanken der Quarzitrücken, die sog. „Hunsrückbrücher“ sind ein weiteres wichtiges Schutzareal und Alleinstellungsmerkmal des künftigen Nationalparks. Viele Flurnamen weisen auf weitere potentielle Bruchflächen hin.

Mit dem Rückbau von Entwässerungssystemen und der Renaturierung von Mooren sollen eine Wiedervernässung angestoßen und damit Feuchtbiotope reaktiviert werden. Dadurch werden Lebensräume für viele hierauf angewiesene Arten wieder lebendig.

So stellt der Nationalpark insgesamt einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Vielfalt des Lebens dar und ist zugleich herausragender Baustein für den landesweiten Biotopverbund in Rheinland-Pfalz.

Was bringt mir der Nationalpark persönlich?

74 Prozent der Deutschen leben in Städten, haben wenig Bezug zur Natur und Möglichkeiten, Natur zu erleben. Sie suchen im Urlaub und in ihrer Freizeit Abstand zum hektischen Alltag, sehnen sich nach Ruhe und Erholung in unberührter Natur.

Nationalparks bieten die faszinierende Möglichkeit, Natur hautnah und intensiv zu erleben. Die Begegnung mit unberührter Wildnis empfinden viele Menschen als emotionale Bereicherung und willkommenen Kontrast zum Alltag. Ganz nebenbei tragen Nationalparks damit zur Gesundheitsvorsorge bei und regen zu einer nachhaltigeren Lebensweise an.

Sie bieten zugleich vielfältige Möglichkeiten naturkundlicher Bildung, die das Spektrum der regionalen Kultur- und Bildungsangebote erweitern.

Nicht zuletzt geht mit steigender Attraktivität der Nationalpark-Region eine Verbesserung der (touristischen) Infrastruktur einher. Davon profitieren Urlauber und Einheimische gleichermaßen!

Wie profitieren Rheinland-Pfalz und das Saarland von dem geplanten Nationalpark?

Rheinland-Pfalz ist das waldreichste Bundesland und zugleich eines der letzten Flächenländer in Deutschland ohne eigenen Nationalpark. Mit dem geplanten Nationalpark trägt das Land seiner besonderen Verantwortung für den Schutz der Buchenwälder Rechnung und leistet zugleich einen Beitrag zur „Nationalen Biodiversitätsstrategie“ der Bundesregierung.

Wie profitiert Deutschland von dem Nationalpark?

Deutschland ist international wie national verschiedene Verpflichtungen im Naturschutz eingegangen. Anlässlich des Weltgipfels für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro wurde 1992 das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Biodiversitäts-Konvention, CBD) verabschiedet. Auch die Bundesrepublik hat sich damit verpflichtet, die Biodiversität im eigenen Land zu erhalten, und zugleich die Entwicklungsländer beim Erhalt ihrer biologischen Vielfalt zu unterstützen.

Zur Umsetzung der Biodiversitäts-Konvention auf nationaler Ebene verabschiedete Deutschland 2007 eine „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“. Sie formuliert Ziele und Strategien, um die Gefährdung der biologischen Vielfalt in Deutschland zu verringern. Etwa indem wieder Wildnisgebiete auf 2% der Bundesfläche entstehen oder 5% der Waldflächen bzw. 10 % der Waldflächen der öffentlichen Hand einer natürlichen Entwicklung überlassen werden sollen.

Die Ausweisung des Hunsrücks und weiterer Nationalparks ist von zentraler Bedeutung, um diese Ziele zu erreichen. Im internationalen Vergleich betrachtet, ist die deutsche Nationalpark-Fläche - 0,54% der Landfläche - ohnehin nur gering. So haben etwa Frankreich auf 2,2%, Österreich auf 3% und Italien sogar auf 5,2% ihrer terrestrischen Landfläche Nationalparks eingerichtet. Mit der Ausweisung neuer Nationalparks wie dem Hunsrück stärkt Deutschland seine internationale Glaubwürdigkeit im Naturschutz.

Mit dem Nationalpark Hunsrück kann zudem ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der wertvollsten europäischen Buchenwälder geleistet werden. Deutschland beherbergt ein Viertel des weltweiten Verbreitungsgebiets der Europäischen Buche und steht damit international in der Verantwortung für ihren Schutz.