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Klima & Energie

Wird wird die Energiewende trotz Nationalpark sichergestellt?

Die Energiewende ist eine Hauptaufgabe der Politik. Die Realisierung einer nachhaltigen Energieversorgung wird durch den geplanten Nationalpark nicht beeinträchtigt.

Zwar verbleibt durch den Nutzungsverzicht im Nationalpark das Holz im Wald, auch Windräder werden hier keine errichtet. Jedoch sind die aus der Nutzung fallenden Flächen im Landesvergleich derart gering (weniger als 1% der Waldfläche von Rheinland-Pfalz), dass ihr Beitrag zur Energiewende kaum zu bilanzieren wäre.

Nationalparks leisten mit ihrem Beitrag zur Kohlenstoffbindung ohnehin einen weitaus größeren Beitrag zum Klimaschutz, als die Nutzung von Holz aus dem Nationalparkgebiet je einbringen könnte.

Wie beeinflusst der Nationalpark das Klima?

Nationalparks können große Kohlendioxidmengen binden und damit die globale Klimaerwärmung abmildern. Die beabsichtigte Wiedervernässung und Renaturierung von Mooren im Hunsrück trägt hierzu bei. Moore sind die effektivsten Kohlenstoffspeicher aller Landlebensräume. Sie wirken als Kohlenstoffsenken, indem sie dauerhaft mehr Kohlenstoff (CO2) binden als sie abgeben. Damit wirken sie dem Treibhauseffekt entgegen.

Auch die im potentiellen Nationalparkgebiet heranwachsenden Buchenurwälder haben langfristig diesen Effekt. Sie speichern CO2 über 100 bis 400 Jahre und können dabei bis zu 500 Tonnen Biomasse/ Hektar ansammeln. Wirtschaftswälder akkumulieren lediglich 30% - 50% dieser Biomasse und haben somit ein geringeres CO2-Speicherpotential – so eine Studie aus dem Nationalpark Hainich.

Zwar können solcherlei Studien nicht ohne weiteres auf andere Gebiete übertragen werden, da die standörtlichen Rahmenbedingungen oft sehr unterschiedlich sind. Dennoch lassen sie den Schluss zu, dass natürliche, unbewirtschaftete alte Wälder einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Dass auch (insbesondere naturnah) genutzten Wirtschaftswäldern eine wichtige Rolle beim Klimaschutz zukommt, ist hiervon unbenommen.

Nicht zuletzt bieten nur Nationalparks die Chance, auf großer Fläche die Anpassung ungestörter Natur an Umweltveränderungen im Zuge des Klimawandels zu beobachten. Hieraus lassen sich wichtige Rückschlüsse nicht nur für den Naturschutz, sondern auch für die Forstwirtschaft ziehen. Etwa über resistente, anpassungsfähige Baumarten und geeignete Bewirtschaftungsweisen, um den sich wandelnden Umweltbedingungen zu begegnen.

Hochmoor im Hunsrück – wertvolles Biotop und Beitrag zum Klimaschutz
Gerhard Hänsel
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Gerhard Hänsel