Sie sind hier: Nationalpark » Fragen & Antworten » Natur & Artenschutz

 

Natur & Artenschutz

Wie wirkt sich der Nationalpark auf die Artenvielfalt aus?

Mit der Stilllegung großer Gebiete in Nationalparks stellt sich die berechtigte Frage, ob das dem Naturschutz tatsächlich nutzt? Profitieren Tier- und Pflanzenarten überhaupt?

Fakt ist, dass im Nationalpark auf überwiegendem Flächenanteil die Natur ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten folgen darf. Entsprechend dynamisch verändern sich die Bestände von Tier- und Pflanzenarten, manche entwickeln sich rückläufig, andernorts kommen Arten hinzu, die neue Lebensräume für sich erschließen und alte zurückerobern.

In der Summe steht dabei fest, dass Nationalparks ein absoluter Gewinn für die Artenvielfalt sind. Hier darf die Natur in Ruhe altern und entwickelt dadurch eine Struktur- und Stadienvielfalt – im Wald vom Keimling bis zum absterbendem Baum –, die ihresgleichen sucht. Viele Arten, besonders zahlreiche gefährdete Insekten, Pilze und Flechten profitieren von diesem Strukturreichtum. Rund ein Drittel aller im Wald vorkommenden Arten sind an Alt- und Totholz gebunden! Nur noch in Nationalparks kann sich heutzutage auf großer Fläche das gesamte Spektrum aller Phasen und Entwicklungsstufen von Wäldern entfalten. Nicht umsonst erweisen sich daher (Wald-) Nationalparks gegenüber genutzten Wäldern als echte Hotspots der Biodiversität.

Einige Arten kommen sogar nahezu ausschließlich bzw. weitgehend nur in Nationalparks vor, wie Arten die auf die Strukturen und den Totholzreichtum alter Wälder mit ihren Reife-, Zerfalls- und Verjüngungsphasen angewiesen sind. Andere Arten haben ihre Kern- und Quellgebiete für die Ausbreitung in die Kulturlandschaft in den Nationalparks, wie etwa der Luchs in den Nationalparks Harz und Bayerischer Wald, der Steinbock im Nationalpark Berchtesgaden sowie Fluss- und Seeschwalben in den Wattenmeer-Nationalparks und dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Sie sind Sympathieträger und Symbolfiguren für intakte Natur, deren Schutz überwiegend nur durch Nationalparks gewährleistet werden kann.

Nationalpark Hainich: Im Totholz „tobt“ das Leben
Thomas Stephan